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Neuigkeiten aus dem Präventionsprojekt Glücksspiel

Newsletter 8 | Juli 2017

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Damen und Herren,

bevor die Urlaubszeit beginnt, erhalten Sie heute glücksspielrelevante Informationen aus Berlin, rechtliche Neuerungen, Hinweise auf spannende Projekte und Materialien sowie Tipps für Literatur und bevorstehende Veranstaltungen. 

Eine erholsame Sommerzeit wünscht Ihnen Ihr Präventionsprojekt Glücksspiel!

Der Newsletter umfasst folgende Themen:

  • Aktuelles aus dem Präventionsprojekt: WhatsApp-Beratung | Präventionskampagne "Vorsicht vor Jack Pott!" | Schulungstermine für 2018 sichern

  • Informationen aus Berlin: Kriminalität durch illegales Glücksspiel | Zweiter Glücksspieländerungsstaatsvertrag | Spielhallen und Geldspielgeräte | Gesichtsscanner zur Einlasskontrolle

  • Recht und Politik: Sportwettbetrug | Kinder aus suchtbelasteten Familien | Fachbeirat Glücksspielsucht | Präventionsgesetz | Fachverband Glücksspielsucht e.V. klagt | Geldwäschegesetz

  • Blitzlicht: Online-Selbsthilfeangebot | Umfrage zu Sportwetten | Spielhallen und Geldspielgeräte in Deutschland | Deutsche Automatenwirtschaft kooperiert weiter mit der BZgA | eTraining gegen Spielmanipulation | Erklärvideo Sucht-Selbsthilfe | Factsheet Glücksspielsucht

  • Glücksspielsucht in den Medien: Glücksspiel unter Migrant_innen | Frauen mit Spielsucht | Extra 3 zum Thema Glücksspiel | Treppe Aufwärts als DVD | Gefahren der Spielmanipulation | Wettmanipulation im Tennis | Spielersperre in Hessen 

  • Forschung: Prävention glücksspielbezogener Probleme im Jugendalter | Sportwettenbefragung | Studie nährt Verdacht auf Sportwettenbetrug | Auswirkungen von Abstandsregelungen | Monitoring-System Drogentrends 2015 | Akzeptanz von Spielerschutzmaßnahmen | Spielersperre im Kontext des Spielerschutzes

  • Literaturempfehlungen und Veranstaltungshinweise
 

Aktuelles aus dem Präventionsprojekt

 
 


Vor nunmehr zehn Monaten startete das Präventionsprojekt seine WhatsApp-Beratung zum Thema Glücksspielsucht. Unter +49 152-56 18 02 85 können sich Betroffene und Angehörige rund um das Thema informieren und erhalten hilfreiche Links und (Hilfe-) Adressen. Inzwischen liegen erste Evaluationsergebnisse vor.


So wurden 78 % der Anfragen von Betroffenen gestellt; zwei Drittel der Anfragenden sind männlich. Die meisten Nachrichten erreichte das Präventionsprojekt Glücksspiel aus den Bundesländern Baden-Württemberg (26 %), Nordrhein-Westfalen (23 %) und Berlin (16 %). In den meisten Fällen wandten sich Betroffene und Angehörige mit einer konkreten Frage an die WhatsApp-Beratung und suchten Informationen zu: 

  • Hilfe- und Anlaufstellen,

  • Umgang mit Spieldruck,

  • Therapiemöglichkeiten,

  • Verhalten als Angehörig_er und

  • Alternativen zur Beratung vor Ort.

Eine Weitervermittlung in das Hilfesystem erfolgte in 78 % der Fälle . 94 % der Befragten empfanden die WhatsApp-Beratung als hilfreich.

Informationskarten zur WhatsApp-Beratung können Sie über das Bestellportal anfordern. 

 
 


Die humorvollen Filme der Präventionskampagne "Vorsicht vor Jack Pott!" erfreuen sich großer Beliebtheit. Auf Facebook und Youtube wurden die Filme inzwischen 29.000 Mal angesehen. 

Glücksspieler_innen sind meist Hoffnungstäter, die mit allzu rationalen Botschafen nur schwer zu erreichen sind. Deshalb zielt die Kampagne darauf ab, die Botschaft emotional zu verankern.

Die Idee ist, Glücksspieler_innen aufzuzeigen, dass ihnen im Augenblick des Spielens am Geldspielautomaten eine falsche Erwartung suggeriert wird. Für diesem Umstand lassen sich viele bildliche Redensarten finden, welche in kurzen humorvollen Spots mit den Radiomoderatoren John und Rasheed von JamFM zur Vorsicht appellieren.

 

Das Präventionsprojekt Glücksspiel bietet für Interessierte, Fachkräfte und außerschulische Institutionen kostenfreie Schulungen zur Thematik Glücksspielsucht an.
Sollten Sie Interesse an einer Veranstaltung im Jahr 2018 haben, freuen wir uns über eine Nachricht von Ihnen! 


Je nach Rahmenbedingungen und Vorwissen der jeweiligen Zielgruppe werden unsere Veranstaltungen inhaltlich sowie methodisch individuell zugeschnitten. 

 

Informationen aus Berlin

 

Schwerpunktrazzien von 2014-2016 in Berlin

Laut einer schriftlichen Anfrage an den Berliner Senat in Berlin wurden 2014-2016 20 Schwerpunktrazzien in 754 Betrieben in Berlin durchgeführt. Davon 16 % Spielhallen, 11 % Wettbüros, 72 % Gaststätten/erlaubnisfreie Gaststätten. Insgesamt wurden 312 Straftaten festgestellt, davon Glücksspielbezug 79 %, Rest sonstige Straftaten. Zudem stellten die Beamten 1.725 Ordnungswidrigkeiten fest, davon 24 % hinsichtlich Spielhallengesetz, 20 % Spielverordnung, 17 % Gewerbeordnung. Die Beanstandungsquote lag zwischen 48-100 % (durchschnittlich 80 % von 2014-2016, durchschnittlich 81 % in 2014, 80 % in 2015 und 79 % in 2016). Insgesamt haben die Beamten 230 Beschlagnahmungen bzw. Stilllegungen von Spielgeräten, 6 Schließungen von Betrieben und 8 Haftbefehle vollstreckt.

Polizei kontrolliert Berliner Spielbanken und Wettbüros

Auch am 27.01.2017 kontrollierten Polizei und Ordnungsamt Spielhallen, Bars und Wettbüros. Insgesamt fanden die Beamten in den 13 kontrollierten Lokalen 19 Spielautomaten ohne Genehmigung. Sie wurden noch vor Ort versiegelt. Es wurden fünf Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz und drei weitere wegen Hehlerei eingeleitet.

 

 

Der Berliner Senat hat am 24.01.2017 dem Entwurf des 2. Glücksspieländerungsstaatsvertrages (2. GlüÄndStV) zugestimmt. Hierbei spielt der Verbraucher- und Jugendschutz eine wichtige Rolle. Denn nach Schätzungen der Berliner Senats existieren derzeit ca. 300 Wettbüros für Sportwetten.

„Durch diesen Zweiten Glücksspieländerungsstaatsvertrag soll das in den letzten Jahren ins Stocken geratene Verfahren zur Vergabe der Veranstaltungskonzessionen für Sportwetten wieder in Gang gesetzt und zeitnah zum Abschluss gebracht werden.“


Der Senat unterstützt die vorgesehene Neuregulierung im Bereich der Veranstaltung von Sportwetten auch aufgrund von Befunden des „Café Beispiellos“. Die Klient_innen-Statistik der Beratungsstelle zeigt deutlich, dass
Sportwetten vermehrt als problemverursachende Spielform wahrgenommen werden (2006: 7,4 %, 2016: 26,4 %)


Der Zweite Glücksspieländerungsstaatsvertrag

  • hebt die Kontingentierung der Sportwettkonzessionen für die Dauer der Experimentierphase auf,

  • erlaubt durch eine Übergangsregelung ab Inkrafttreten des Zweiten Glücksspieländerungsstaatsvertrages allen Bewerbern im Konzessionsverfahren, die die Mindestanforderungen erfüllt haben, von Gesetzes wegen vorläufig die Tätigkeit. Die vorläufige Erlaubnis erlischt spätestens ein Jahr nach Inkrafttreten des Zweiten Glücksspieländerungsstaatsvertrages und

  • überträgt die bisher in der Zuständigkeit des Landes Hessen liegenden Aufgaben auf andere Länder.

Nach erfolgreicher Ratifizierung in den Länderparlamenten könnte der Zweite Glücksspieländerungsstaatsvertrag am 1. Januar 2018 in Kraft treten. Mit der neuen Landesregierung in Schleswig-Holstein könnte die Regulierung jedoch scheitern: "Wir werden eine komplette Neuregelung anstreben. Alle anderen Länder sind eingeladen, daran teilzunehmen". Die Landesregierungen in Hessen und Nordrhein-Westfalen zeigen sich gesprächsbereit. 

Wie SPONSORs berichtet, hat 
die EU-Kommission die auf den Weg gebrachte Reform des Glücksspielstaatsvertrags in einem vertraulichen Schreiben an die deutschen Behörden stark kritisiert. Kritisiert werden unter anderem folgende Punkte:

 

Hintergrund:
Der Glücksspielstaatsvertrag regelt seit 1. Januar 2008 das Glücksspiel in Deutschland, nachdem das Bundesverfassungsgericht 2006 das damals vorherrschende staatliche Glücksspielmonopol kritisiert hatte. Der Staatsvertrag wurde zuletzt durch die am 01. Juli 2012 in Kraft getretene erste Änderung des Glücksspielstaatsvertrages aktualisiert.

 


Die Zahl der in Berlin genehmigten Spielhallen und der in diesen Spielstätten aufgestellten Geldspielgeräte ist weiter rückläufig
. Das geht aus einer Anfrage an den Berliner Senat hervor. Dennoch kann das Land Berlin mit unverändert hohen Steuer-Einnahmen rechnen. In diesem Jahr werden wie im Vorjahr 43 Millionen Euro an Vergnügungssteuer erwartet.

 

Obwohl das Mindestabstandsumsetzungs-gesetz bereits seit 22.03.2016 in Kraft ist, können gemäß einer kleinen Anfrage an den Berliner Senat bisher keine Prognosen über den Zeitpunkt des vollständigen Verfahrensabschlusses der Anträge im Sonderverfahren getroffen werden. Bei der Überprüfung der Anträge auf Spielhallen-Erlaubnis im Sonderverfahren handele es sich um ein aufwändiges, mehrstufiges Verfahren. Zudem hat ein Spielhallenbetreiber gegen das Gesetz Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht eingelegt. "Der Senat von Berlin tritt nun diesem Verfahren bei, um das Gesetz in Karlsruhe als Verfahrensbeteiligter mit eigenen Schriftsätzen und Anträgen effektiv verteidigen zu können."

 

Im Bezirk Mitte wird die Zahl der Spielhallen im kommenden Jahr nicht spürbar zurückgehen. „Es wird ab 1. Januar keine Änderungen geben“, räumte Bürgermeister Stephan von Dassel in einem Artikel der Berliner Zeitung ein. Zwar hatte das Bundesverwaltungsgericht Ende des Jahres die Klagen mehrerer Spielhallenbetreiber gegen das Gesetz zurückgewiesen, doch die Umsetzung des Gesetzes wird noch andauern, da die meisten Betreiber neue Lizenzen beantragt haben. „Die Verfahren sind mühsam, sie müssen rechtssicher sein. Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit“, so von Dassel. „Eine Aussage, wann das Verfahren abgeschlossen sein wird, ist derzeit nicht möglich“, teilte weiterhin die Senatsverwaltung für Wirtschaft mit. 

 

Hinsichtlich der Zuverlässigkeitsprüfung sei laut Daniel Buchholz (AdA) ein trickreiches Vorgehen der Betreiber zu beobachten: „Viele Spielhallen haben im letzten Jahr komischerweise ihre Geschäftsführer gewechselt.“ Folglich sind rechtliche Verstöße für die Behörden nicht mehr sichtbar, wenn die Bußgeldbescheide auf den früheren Geschäftsführer persönlich ausgestellt wurden und nicht auf das Unternehmen. „Da steht dann plötzlich jemand mit einer weißen Weste.“

 

Die Deutsche Automatenwirtschaft hat eingeräumt, dass das Personal in Berliner Spielhallen "gerade in den Abendstunden oft nicht gründlich genug" kontrollieren würde. Die Branche setzt sich daher für eine biometrische Lösung zur Sperre von Spielsüchtigen ein. Abhilfe sollen zukünftig elektronische Einlasskontrollen mittels biometrischer Gesichtserfassung und Finger-Scan schaffen, obwohl das System in Berlin bisher nicht zugelassen ist„Dabei lässt sich ein Spielsüchtiger mit verschlüsselten Daten für den Zugang sperren. Sollte er dann versuchen, dennoch in eine Spielhalle zu kommen, entdeckt eine Gesichtserkennung den Versuch und schlägt Alarm.“ 


Datenschützer kritisieren diese Art der Datenerfassung, weil sich Spieler_innen beim Gang in die Spielhalle filmen und ihre biometrischen Daten erfassen lassen müssen. Gerade im Hinblick auf die Frage der Datenspeicherung seien biometrische Daten sehr sensibel. Der Fachverband Glücksspielsucht fordert eine namentliche Registrierung der Sperrwilligen.


 

Recht & Politik

 

Sowohl der Sportwettbetrug als auch die Manipulation von Wettkämpfen im Profisport sind künftig eigene Straftatbestände im Strafgesetzbuch (StGB). Das hat der Deutsche Bundestag am Donnerstag, 9. März 2017, mit der Annahme eines Gesetzentwurfs der Bundesregierung beschlossen. 

Die parteiübergreifende Aussprache sehen Sie im Video:

 
 
 
 
 

Glücksspielsucht ist eine anerkannte Krankheit. Dennoch sind zwei Spielsüchtige vor dem Landgericht Bielefeld damit gescheitert, zum eigenen Schutz Selbstsperren in Spielhallen zu erzwingen.  

Der Fachverband Glücksspielsucht hatte die Klage im Namen der beiden Glücksspielsüchtigen aus Bielefeld und Paderborn eingereicht und forderte den Spielhallenbetreiber auf, Spieler_innen, die auf eigenen Wunsch in den Merkur-Spielhallen gesperrt werden möchten, dieses Anliegen nicht weiterhin zu verwehren.
Die zum Gauselmann-Konzern gehörende Merkur lehnte Selbstsperren bisher mit der Begründung ab, dass in Nordrhein-Westfalen dafür die gesetzliche Grundlage fehle und der Datenschutz das Unternehmen an einer lückenlosen Überwachung hindere. "
Man könne sich nicht von jedem Spieler den Personalausweis zeigen lassen.

Das Gericht begründete seine Entscheidung unter anderem damit, dass die Beklagte Merkur Spielothek lediglich die Alleingesellschafterin der fraglichen Spielhalle sei und in Nordrhein-Westfalen weiterhin die gesetzliche Grundlage dafür fehle, eine Spielsperre von den Spielhallenbetreibern abzuverlangen.

Die Vorsitzende des Fachverbandes, Ilona Füchtenschieder, findet dennoch, dass das Verfahren etwas gebracht habe: "
Wir haben Spielsucht und Spielersperren in der Debatte nach vorn gebracht. Wenn das Gericht sagt, die gesetzliche Grundlage für Sperren ist nicht da, ist der Gesetzgeber gefragt." Deshalb hat der Verband beim Oberlandesgericht Hamm Berufung gegen das Urteil des Bielefelder Landgerichtes eingelegt.

 

Die Bundesregierung hat am 22. Februar 2017 den Gesetzentwurf beschlossen. Damit werden Präventionsmaßnahmen gegen Geldwäsche aktualisiert und gestärkt.

Zukünftig gelten nicht nur Spielbanken, sondern alle Veranstalter_innen und Vermittler_innen von Glücksspielen als Verpflichtete. "Um die mit hohen Barzahlungen verbundenen Risiken bezüglich Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu mindern, sollen Güterhändler vom Geldwäschegesetz erfasst werden, wenn sie Barzahlungen in Höhe von 10.000 Euro oder mehr tätigen oder entgegennehmen".


Aus dem Anwendungsbereich herausgenommen werden Geldspielgeräte. Aufgrund der geringen Einsatzhöhe und der niedrigen Gewinnhöhe im einstelligen Eurobereich bestehe auf der Spielerseite ein nur sehr geringes Geldwäscherisiko, heißt es in der Begründung des Gesetzentwurfs

 

Blitzlicht

 
Quelle: selbsthilfegluecksspiel.de

Für Betroffene, die ihr Glücksspielverhalten reduzieren oder ganz aufhören wollen, gibt es ein neues online Hilfeprogramm. Das Angebot wird von dem Brandenburgischen Gesundheitsministerium MASGF, der Brandenburgischen Landesstelle für Suchtfragen BLS und den Salus Kliniken kostenlos zur Verfügung gestellt.
Im Rahmen des sechswöchigen Programmes machen die Teilnehmenden tägliche Angaben zu ihrem Spieldruck und tatsächlichem Spielverhalten. Sie treffen Vereinbarungen mit sich selbst und bereiten sich mit verschiedenen Aufgaben auf Risikosituationen und eventuelle Rückfälle vor. Professionelle Berater der BLS und der Salus Kliniken stehen zur Unterstützung per Mail bereit. Außerdem bietet ein abgeschirmtes Forum den Programmteilnehmern die Möglichkeit, sich gegenseitig anonym auszutauschen und zu unterstützen.

 

Die Deutsche Sporthochschule Köln und die Kölner Fachstelle Glücksspielsucht leiten ein neuartiges „Projekt-Sportwetten“. Mit der wissenschaftlichen Befragung sollen sowohl das Sportwett-Verhalten als auch die damit einhergehenden Überzeugungen und Einstellungen erfragt werden. 

Auch Personen, die bisher niemals Sportwetten ausgeführt haben, können an der Befragung teilnehmen. Unter allen Teilnehmer_innen werden drei Warengutscheine im Wert von jeweils 100,- € und drei Methodenkoffer lucky zur Prävention von Glücksspielsucht verlost.  

Spieler_innen, welche nicht mehr an Gewinnspielen teilnehmen möchten, ist die Teilnahme freigestellt.

 

Nach Jahren der Expansion reduzierten sich von 2014-2016 die Spielhallenstandorte in Deutschland um -1,8 % und die Spielhallenkonzessionen um -1,69 %. „Hintergrund dieser, aus gesundheitspolitischer Sicht positiven Entwicklung ist das Inkrafttreten des Ersten Glücksspieländerungsstaatsvertrages -GlüÄndStV- und der landeshoheitlichen Ausführungsgesetze in Deutschland“.
Der Abbau von Spielhallengeräten in Deutschland wurde durch die Reduzierung der maximalen Anzahl der Geldspielgeräte pro Spielhallenkonzession von 12 auf 8 Geldspielgeräte in Berlin und Hamburg deutlich unterstützt. Mit insgesamt 1.617 reduzierten Geldspielgeräten in Spielhallen lagen Hamburg und Berlin deutlich über dem Bundesdurchschnitt.

 
 

Der Deutsche Fußball-Bund e. V. (DFB), DIE LIGA Fußballverband e. V. und die Deutsche Fußball Liga GmbH (DFL) wollen alle, die im Fußballbereich aktiv sind, frühzeitig und vorbeugend über die Risiken von Glücksspielsucht und Spielmanipulationen informieren. In einem eTraining zeigen sie, was jeder Einzelne dafür tun kann. Im Rahmen des eTrainings lernt man die Kicker vom 1. FC NMU (Nicht Mit Uns) kennen. Sie treten in 14 Tagen gegen den 1. SV Ehrlich an. Man begleitet die Sportler_innen bei ihrer Vorbereitung auf dieses Spiel und lernt dabei,

  • ob man auf seinen Sport wetten darf,
  • wie man sich verhält, wenn man Schulden hat
  • wie man reagiert,wenn man davon erfährt, dass ein Spiel manipuliert werden sollte oder wurde und
  • was man tun kann, wenn man selber darin verwickelt ist

Neben dem DFB will auch die Fifa die Integrität des Fußballs stärken und hat dazu eine Vereinbarung mit einem Anbieter von Spielmanipulations-Erkennung abgeschlossen. So soll verdächtiges Wettverhalten in zahlreichen internationalen und nationalen Wettbewerben identifiziert und dem Weltverband zur Verfügung gestellt werden"

 
Quelle: Hessische Landesstelle für Suchtfragen

Sucht-Selbsthilfe – Was ist das eigentlich? Ein kurzer Film erklärt es: Selbsthilfegruppen unterstützen Menschen dabei, ihre Suchterkrankung zu bewältigen. Wie das konkret aussieht und was in einer Selbsthilfegruppe passiert, zeigt das Erklär-Video der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen, das sie in Kooperation mit der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen und Unterstützung der Techniker Krankenkasse in Hessen erstellt hat.

 
 

Welche Spielarten sind besonders gefährlich? Ist Glücksspielsucht eine Krankheit? Welche Hilfemöglichkeiten gibt es?
Auf diese und weitere Fragen gibt die Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern (LSG) in ihrem informativen Factsheet Antworten. 

 

Glücksspielsucht in den Medien

 

Unter Glücksspielsüchtigen sind auffällig viele Migranten zwischen 18-25 Jahren. Spezielle Hilfsangebote für sie gibt es jedoch wenig.
Deutschlandfunk Kultur beleuchtet in diesem Beitrag, warum Wettbüros und Spielotheken so beliebte etablierte Treffpunkte sind.

 
 

Das politische Satiremagazin extra 3 hat sich in der Sendung vom 29.06. mit dem Thema Glücksspielsucht beschäftigt. Hier finden Sie die Beiträge: 

 

Ab 27.01. ist der Film „Treppe Aufwärts“ als DVD erhältlich.

 „Treppe Aufwärts“ erzählt die Geschichte von Adam, einem Spieler der Automaten manipuliert um die Spielschulden seines ehemals spielsüchtigen, an Demenz erkrankten Vaters begleichen zu können. Sein Ziel ist es das Haus der Familie zu halten. Adam lernt Dosie kennen, freut sich über die Begegnungen mit ihr, doch als sein 16 Jähriger Sohn unangekündigt auftaucht, spitzt sich die Situation zu.

 
 

Seit mehr als zehn Jahren kämpft die Sportart Tennis mit massiven Vorwürfen: Betrug, Manipulation, Vertuschung. In kaum einer anderen Sportart ist es so leicht, zu manipulieren. Ein spannender Beitrag von Sport inside zu Wettmanipulation.

 

In Hessen gibt es aktuell über 13.000 Spielsperren. "Die hohen Zahlen zeigen auch, mit wem die Spielhallenbetreiber ihr Geld verdienen. Ich lasse mich ja nur sperren, wenn ich ein Problem habe", so die Landeskoordinatorin für Spielsucht in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau.

In Hessen gibt es ca. 18.000 Menschen die ein problematisches Spielverhalten aufweisen und ca. 16.000 Menschen mit einem krankhaften Spielverhalten. Diese Zahlen gehen auf eine Untersuchung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung aus dem Jahr 2015 zurück. Hessen ist das erste und bislang einzige Bundesland, das eine landesweite Spielersperre in Spielhallen hat.
Erste Erfahrungen mit der Spielersperre als Präventionsmaßnahme wurden während einer Tagung des Fachverbandes Glücksspielsucht e.V. präsentiert. 

 

Forschung

 

"Es lassen sich signifikante Präventionsdefizite ausmachen, die sowohl bestimmte Hochrisikogruppen (z. B. Jugendliche mit Migrationshintergrund) als auch spezifische Settings (z. B. Sportvereine) oder ausgewählte Multiplikatoren (z. B. Lehrkräfte) betreffen." 
Zu diesem Schluss kommt Tobias Hayer nach der Durchführung einer breit angelegten, systematischen Literatur- und Internetrecherche zur Sichtung aller verfügbaren Präventionsansätze universeller, selektiver und indizierter Art. 

 

Der Arbeitskreis Glücksspiel hat erste Ergebnisse zu seiner Sportwettenbefragung veröffentlicht. Insgesamt haben 2.604 (760 Frauen und 1.844 Männer) Personen an der Befragung teilgenommen.

Im Zusammenhang mit einer Mitgliedschaft im Sportverein und der Teilnahme an Sportwetten wird deutlich, dass von den 2.600 Mitgliedern 27 % auch regelmäßig Wetten abgeben. Sportwetten werden hauptsächlich über das Handy oder in einem Wettbüro abgeschlossen. Motiv des Wettens ist mit 56 % vor allem bei den unter Dreißigjährigen der Geldgewinn.

 
Quelle: Ard-Sportschau

Bielefeld. Eine wissenschaftliche Studie der Universität Bielefeld in Zusammenarbeit mit zwei amerikanischen Universitäten nährt den Verdacht des Wettbetrugs im Zusammenhang mit Spielen der Fußball-Bundesliga. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hingegen weist dies zurück.

In der Studie wurden die Wetteinsätze des britischen Anbieters Betfair bei 1.251 Spielen der Bundesliga zwischen 2010 und 2015 untersucht.
Ergebnis: Leiteten drei bestimmte Schiedsrichter die Partien, waren die Einsätze signifikant höher als bei anderen Unparteiischen. Hier fielen besonders viele Tore – mehr als 2,5 pro Spiel.

 

Die Studie gibt einen Überblick über die Auswirkungen von Abstandsregelungen und Konzessionsbeschränkungen auf den Spielhallenbestand baden-württembergischer Städte und untersucht die Auswirkungen der Mindestabstandregel und des Verbots der Mehrfachkonzessionen auf die Anzahl der Spielhallen.

Die Autor_innen Becker, Heinze und Xuenan kommen zu dem Schluss, dass sich insgesamt eine Tendenz abzeichnet, dass in Baden-Württemberg bei Einhaltung eines Mindestabstandes von 500 m sowie durch den Wegfall von Mehrfachkonzessionen weniger als ein Drittel des heutigen Spielhallenbestandes bestehen bleibt.
Darüber hinaus liefern die Autor_innen eine übersichtliche Darstellung der Bestimmungen der Spielhallen- und Ausführungsgesetze hinsichtlich der Abstandsregelungen in den Bundesländern

 

Glücksspiele sind für das Freizeitverhalten von Schüler_innen von relativ geringer Bedeutung. Zu diesem Schluss kommt der Jahresbericht 2015 des MONITORING-SYSTEM DROGENTRENDS. Mindestens einmal wöchentlich werden folgende Glücksspielarten gespielt: Geldspielautomaten (4%), Online-Wetten / Internet-Glücksspiele (5%) sowie Poker oder andere Kartenspiele (um Geld) (3%). „Die 2014 erstmals erfragten Sportwetten sind in dieser Kategorie noch am beliebtesten (6%). Insgesamt spielen 10% der 15- bis 18-Jährigen eine dieser Glücksspielarten mindestens wöchentlich". 

 

In Österreich gab es 2009 und 2015 Erhebungen zu den Themen Glücksspielverhalten und Akzeptanz von Spielerschutzmaßnahmen. Die insgesamt 16.300 Studienteilnehmer_innen waren zwischen 14 und 65 Jahren.

Die Autor_innen sehen vor allem in Bezug auf die Prävention von Glücksspielsucht in Österreich weiteren Handlungsbedarf. „Dabei sollte die hohe Akzeptanz in der Bevölkerung für den Spieler- und Jugendschutz genutzt werden, um vor allem den Bereich der verhältnispräventiven Maßnahmen auszubauen.“

 

„Der Nutzen einer Spielsperre liegt nicht nur in der Zugangsbeschränkung zu Spielbanken, sondern auch in einem Lernprozess, der dadurch in Gang gesetzt wird".

Zu diesem Schluss kommt eine Studie im Auftrag von Sucht Schweiz. Weiterhin konnte nachgewiesen werden, dass neben den freiwilligen Spielsperren auch die angeordneten Spielsperren einen präventiven Effekt haben. So skizzierten Personen mit einer angeordneten Spielsperre ihr zukünftiges Spielverhalten ebenfalls etwas moderater. 

 

Literaturempfehlungen

 

Während sich die ambulante Beratungsnachfrage von Glücksspielsüchtigen wenig geändert hat, ist ihr Anteil in stationären Einrichtungen im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Weiterhin sind die Umsätze auf dem legalen deutschen Glücksspiel-Markt 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 3,9% auf 40,3 Mrd. Euro gestiegen.

“Einen erneuten Anstieg des Umsatzes und Bruttospielertrags um 2,7% auf 25,3 Mrd. Euro bzw. 5,8 Mrd. Euro verzeichneten die 267.000 aufgestellten gewerblichen Geldspielautomaten in Spielhallen und gastronomischen Betrieben. Seit der Novellierung der Spielverordnung im Jahr 2006, der Erhöhung der Spielanreize durch die Umgehung gesetzlicher Vorgaben und der Expansion des Angebots hat sich der Ertrag um 147 % erhöht.

Diese und weitere Daten sind im Jahrbuch Sucht 2017 der DHS erschienen.

 

In der vierten Ausgabe des Alternativen Drogen- und Suchtberichts beschreibt Heino Stöver folgende zehn Empfehlungen für einen evidenzbasierten Spielerschutz: 

  1. Lernende Regulierung

  2. Kanalisierung und Überwachung statt nicht durchsetzbarer Verbote

  3. Werberichtlinien basierend auf inhaltlichen und kontextuellen Vorgaben

  4. Konsumentenschutz betrifft alle

  5. Individualisierung des Spielerschutzes

  6. Kundenidentifikation über Trust Networks

  7. Risikobasierter Ansatz zu Limits

  8. Konsequentes Sperrsystem, das keine unnötigen Hemmschwellen aufbaut

  9. Fremdsperre, in der Glücksspielanbieter ihrer Rolle nachkommen können

  10. Genderspezifische Ansätze in Sozial- und Suchtpräventionsstrategien sowie Sozialkonzepten berücksichtigen
 

Die Dokumentation der Fachtagung "Neues aus der Glücksspiel(sucht)-Forschung: Erkenntnisse für Prävention und Hilfe" steht zum Download bereit und umfasst Beiträge zu folgenden Themen:

  • Nutzungsmuster und Risikofaktoren von Social Gambling im Jugendalter

  • Social Gam(bl)ing: Produktanalyse aus Sicht der Nachfrager

  • Die Geschäftsmodelle und Märkte von Social Gaming und Social Gambling

  • Migration & Glücksspiel– Teil I

  • Migration & Glücksspiel– Teil II

  • Sportwetten – Glück oder Fachwissen? Ein Praxistest

  • Migration und Glücksspielsucht. Untersuchung der Entwicklung im Längsschnitt (MIGUEL)

  • Sportwetten: Neue Spielformen = neue Suchtgefahren?
 

Die Dokumentation der 28. Fachtagung des Fachverbandes Glücksspielsucht e.V. steht zum Download bereit und umfasst Beiträge zu folgenden Themen:

  • Spielerschutz und Verbraucherschutz im Glücksspielrecht,

  • Die deutsche Automatenwirtschaft: Das Lobbyjahr 2015 / 2016,

  • Mit Recht gegen die Macht der Glücksspielanbieter: Hommage an Prof. Dr. Frank Peters,

  • Spielerische Anregungen für die ambulante Behandlung,

  • Vorstellung und Schulung zum Umgang mit der Glüxxbox,

  • Evidenzbasierte Psychotherapieforschung bei pathologischem Glücksspielen und PC/Internetgebrauch,

  • Herausforderungen und Stolpersteine in der stationären Behandlung türkischsprachiger Glücksspieler_innen,

  • Das Ampelmodell in der Behandlung von pathologischen Glücksspieler_innen,

  • Spielersperre als Präventionsmaßnahme: Erfahrungen aus Hessen,

  • Befragung der Anruferinnen und Anrufer der Infoline Glücksspielsucht NRW,

  • Erfahrungen aus der betrieblichen Prävention mit einem pathologischen Glücksspieler

  • Arbeitssituation von Spielhallenmitarbeiter_innen.
 


Meistens wissen die Kolleg_innen zuerst Bescheid, wenn im beruflichen Umfeld jemand Probleme mit Glücksspielen bekommt oder bereits hat. Spannungen und Belastungen wirken sich auch auf die Zusammenarbeit und die Beziehungen unter Kollegen aus.

Die Broschüre der DHS dient der Hilfestellung im Umgang mit suchtbelasteten Kolleg_innen. Sie ist für Fachkräfte der Suchtprävention und Suchthilfe im Betrieb, für betriebliche Ansprechpersonen, Suchtberater_innen sowie interessierte Arbeitnehmer_innen geeignet. Neben pathologischem Glücksspiel wird auch der Substanzkonsum thematisiert.

 

Glücksspiele sind ein altes und zugleich gesellschaftlich umstrittenes Produkt, welches sich in den vergangenen Jahrzehnten weltweit zu einer Industrie von erheblicher Marktgröße und sozialpolitischer Bedeutung entwickelt hat. Glücksspiele sind damit auch verstärkt in den Fokus der Wissenschaft gerückt. 


In dieser Reihe werden interdisziplinäre Forschungsbeiträge zu Glücksspielen und ihren gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen veröffentlicht. Der Schwerpunkt liegt auf ökonomischen und rechtspolitischen Beiträgen. Je nach Themenzuschnitt fließen psychologische, medizinische, kriminologische und soziologische Aspekte in die Analysen mit ein.

 

Veranstaltungshinweise

 

07.09.2017


Suchtforschung und -therapie bei Kindern und Jugendlichen
(Veranstaltungsort: Hamburg)

11.09.2017



Glücksspielsucht 4.0 - Aktuelle Entwicklungen auf dem Glücksspielmarkt und ihre Bedeutung für Prävention und Beratung
(Veranstaltungsort: Magdeburg)

13.-15.09.2017


Beratung bei pathologischem Glücksspielverhalten - Basisqualifizierung, Teil 2
(Veranstaltungsort: Potsdam)

26.09.2017


#Zocken: Junge Menschen im Sog von Glücks- und Computerspielen
(Veranstaltungsort: Potsdam)

27.09.2017


Bundesweiter Aktionstag gegen Glücksspielsucht
(Veranstaltungsort: deutschlandweit)

09.-11.10.2017


57. DHS Fachkonferenz SUCHT - Sucht und andere Themen
(Veranstaltungsort: Essen)

09.-15.10.2017


11. Berliner Woche der Seelischen Gesundheit: Seelische Gesundheit in der digitalen Welt
(Veranstaltungsort: Berlin)

12.10.2017


Modul (Online-) Glücksspielprävention
(Veranstaltungsort: Berlin)

12.10.2017


Diversity-Basis-Wissen: kultursensible Suchtprävention/-hilfe
(Veranstaltungsort: Hamburg)

16.-17.10.2017


Motivierende Gesprächsführung in der Arbeit mit Personen mit problematischem Suchtmittelkonsum - Teil 1
(Veranstaltungsort: Berlin)

16.-17.11.2017


Auswirkung von Persönlichkeitsstilen auf die Beratung bei pathologischem Glücksspielverhalten
(Veranstaltungsort: Potsdam)

30.11.-01.12.2017


29. Jahrestagung des Fachverbandes Glücksspielsucht e.V.
(Veranstaltungsort: Berlin)

02.-03.12.2017


Rückfälle
(Veranstaltungsort: Wustermark)

07.12.2017


Frauen, Flucht und Sucht
(Veranstaltungsort: Potsdam)

11.12.2017


Motivierende Gesprächsführung in der Arbeit mit Personen mit problematischem Suchtmittelkonsum - Teil 2
(Veranstaltungsort: Berlin)

 
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