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Neuigkeiten aus dem Präventionsprojekt Glücksspiel

Newsletter 2 | Juli 2015

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Damen und Herren,

Wir freuen uns sehr, Ihnen heute den zweiten Newsletter vom Präventionsprojekt Glücksspiel zusenden zu können!

Es liegen ereignisreiche Wochen hinter uns, in denen wir die berlinweite Prävention von Glücksspielsucht weiter vorangetrieben haben.

 

Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei folgenden Themen:

  • Aktuelles aus dem Präventionsprojekt: Veranstaltungen | Spielersperre | Materialdatenbank | Interviews | Aktionstag | Webseite | Parcours-Koffer 

  • Informationen aus Berlin: Flyer | Spielhallenentwicklung | verstärkte Kontrollen | Spielhallenbetreiber gegen das Spielhallengesetz

  • Recht und Politik: Sportwetten Konzessionsverfahren vorerst gestoppt

  • Blitzlicht: Online Glücksspielmarkt | Glücksspielsucht in den Medien

  • Forschung: Aufruf zur Forschungsteilnahme | Aktuelle Studien

  • Literaturempfehlungen und Veranstaltungshinweise
 

Aktuelles aus dem Präventionsprojekt

 

Hiermit laden wir Sie herzlich zu unserer Fachtagung "All-in für die Praxis – Handlungsmethoden zur Prävention von Glücksspielsucht" ein.

Die Veranstaltung wird am 09.10.2015 von 10:00-18:00 in der Universität der Künste Berlin stattfinden.

Folgende fachliche Experten auf dem Gebiet der Glücksspielsucht haben ihre Teilnahme bereits zugesagt:

  • Dr. Tobias Hayer: Diplom-Psychologe, Universität Bremen
  • Franziska Myck: Referentin des Parcours zur Prävention riskanter Glücksspiel- und Internetnutzung, Karuna pr|events Berlin
  • Gordon Schmid: Leitung Café Beispiellos, Caritasverband für das Erzbistum Berlin e.V.
  • Dr. Michael Brunn: Koordinator Wohn- und Selbsthilfeprojekt Edgar-Carlo Bettermann, pad gGmbH Berlin

Die Teilnahmegebühr beträgt 10,- € und kann vor Ort entrichtet werden. Weitere Informationen erhalten Sie auf unserer Webseite, im Tagungsprogramm und via Facebook.

Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, bitten wir um eine zeitnahe Anmeldung

 

Die Spielersperre ist ein zentrales Instrument zum Schutz der Spieler_innen und zur Bekämpfung der Glücksspielsucht.

In Abstimmung mit den Senatsverwaltungen für Gesundheit und Soziales sowie Wirtschaft, Technologie und Forschung hat das Präventionsprojekt Glücksspiel ein Sperrformular für Spielhallen entworfen. Mittels dieser Selbstsperre haben gefährdete, problematische und süchtige Glücksspieler_innen die Möglichkeit, sich vom Spielbetrieb in Spielhallen auszuschließen.

Erläuterungen zur Vorgehensweise sowie weitere Formulare zur Selbst- und Fremdsperre in Spielbanken und für Lotto-Toto-Produkte mit erhöhtem Gefährdungspotenzial stehen auf unserer Webseite zur Verfügung. 


Weitere Präventionsmaterialien können Sie auch über unseren Bestellservice anfordern.

 

Der vom Landesinstitut für Lehrerfortbildung und Schulentwicklung in Kooperation mit Fachkräften aus verschiedenen Bundesländern entwickelte Glücksspielparcours-Koffer wurde in die Grüne Liste Prävention der CTC-Datenbank aufgenommen. Die Datenbank bietet auf der Basis strenger Kriterien einen Überblick über empfehlenswerte Präventionsansätze. 

Die wissenschaftlich evaluierten Methoden in Form eines 13 Stationen Parcours sind besonders für die präventive Arbeit mit Jugendlichen ab 16 Jahren geeignet. Haben Sie Interesse, die Methoden näher kennen zu lernen oder den Koffer selbst anzuwenden? Dann kontaktieren Sie uns! Wir bieten einen kostenlosen Verleih des Koffers sowie kostenlose Schulungen zu den Methoden an.

 

Nachdem die umfassende Materialsammlung zur Thematik Glücksspielsucht bereits ein halbes Jahr online ist, haben inzwischen auch Präventionsmaterialien anderer Bundesländer ihren Weg in die Datenbank gefunden.

Sollten Sie ebenfalls Vorschläge für unsere Materialdatenbank haben (z.B. Präventionsmaterialien, Studien und Veröffentlichungen Ihrer Einrichtung), freuen wir uns über eine kurze Nachricht mit folgenden Informationen: 

  • Titel der Veröffentlichung
  • Autor / Herausgeber
  • Erscheinungsjahr
  • Link zum Material (z.B. wenn Flyer bereits als pdf auf Ihrer Website veröffentlicht sind)
  • Wenn gewollt: kurze inhaltliche Zusammenfassung 
 

Für die Erreichbarkeit spezifischer Bevölkerungsgruppen ist die Zusammenarbeit mit Multiplikator_innen unablässig. Sie stehen im persönlichen und vertrauensvollen Kontakt zur Zielgruppe und können für den Nutzen suchtpräventiver Maßnahmen sensibilisieren.

In zielgruppenspezifischen und kostenlosen Veranstaltungen informieren wir beispielsweise Jugendliche, Fallmanager_innen aus Berlins Jobcentern, Stadtteilmütter, angehende Erzieher_innen, Schüler_innen, Lehrer_innen oder Studierende über die Thematik Glücksspielsucht. 


Aufgrund der hohen Nachfrage können wir Veranstaltungsanfragen leider erst wieder für die Monate November und Dezember 2015 annehmen. Bei Interesse freuen wir uns über eine Nachricht!

 

Webseite auf Türkisch und Arabisch

Wir sind uns der sprachlichen Vielfalt der Berliner Bevölkerung bewusst und wollen auch Menschen mit Einwanderungsgeschichte umfassende Informationen über das Thema Glücksspielsucht bieten. Daher gibt es wesentliche Inhalte unserer Webseite nun auch in Türkisch und Arabisch


Aktuelles aus dem Präventionsprojekt

Neuigkeiten und Informationen des Präventionsprojekts Glücksspiel findet man ab sofort unter Aktuelles. Neben Updates zum Fachtag gibt es Fotos zum Stöbern sowie kurze Audio- und Videobeiträge zur Thematik Glücksspielsucht. 

 

In einem kurzen Beitrag für den Radiosender "Paloma" konnte das Präventionsprojekt Glücksspiel auf die Thematik Glücksspielsucht aufmerksam machen. 

 

Experteninterview für Theaterstück

Das Präventionsprojekt Glücksspiel stand dem Theaterkollektiv lunatiks als Interviewpartner für die Recherche zu ihrem Theaterstück „AUTOMATEN – Eine Recherche über Glücksmaschinen“ zur Verfügung.

Der NDR berichtete in einem Radiobeitrag über das Ergebnis der umfangreichen Recherche mit Spieler_innen, Spielhallenbetreibern, Psychologen sowie Vertreter_innen aus Politik und Industrie. 

 

Am 23.09.2015 findet dieses Jahr der Bundesweite Aktionstag gegen die Glücksspielsucht statt.  

Glücksspielsucht ist eine ernste Suchterkrankung, die für Betroffene und ihre Familien meist eine große psychische Belastung bedeutet.

Deshalb werden wir in Kooperation mit der Beratungsstelle Café Beispiellos an diesem Tag in der breiten Öffentlichkeit präsent sein, um auf die Suchtgefahren von Glücksspielen hinzuweisen und über mögliche Risiken aufzuklären.

Nähere Informationen folgen auf unserer Webseite und über Facebook.

 

Informationen aus Berlin

 

Das Berliner Projekt FAIR PLAY – Station für Menschen mit Spielsucht hat sein Angebot in einem neuen Flyer zusammengefasst.

Zu den Zielen der Erstanlaufstelle gehört es u.a., neue Perspektiven zu schaffen, Beziehungsfähigkeit im Team zu trainieren und Betroffene erfolgreich an Beratungsstellen zu vermitteln. 

 

Die Beratungsstelle Café Beispiellos arbeitet seit 1987 mit Glücksspielsüchtigen und deren Angehörigen. Das Beratungsangebot richtet sich an glücksspielsuchtgefährdete und glücksspielsüchtige Menschen sowie deren Angehörige, die professionelle Unterstützung suchen. Die offene Sprechstunde findet Dienstag 14:00-17:00 Uhr und Freitag 10:00-14:00 Uhr statt.
Zur Beratung für Angehörige von Glücksspielsüchtigen haben die Kolleg_innen ein neues Plakat erstellt, welches hier zum Download zur Verfügung steht.  

 

Gemäß einer kleinen Anfrage zur Spielhallenentwicklung in Berlin sind die Anzahl der Spielhallen-Erlaubnisse, Spielhallen-Standorte und Geldspielgeräte in Spielhallen leicht rückläufig.

Das Präventionsprojekt Glücksspiel wird unter anderem mit folgenden Worten erwähnt:

"Auf der Basis eines gesamtstädtischen Auftrages führt das Präventionsprojekt Glücksspiel der pad gGmbH seit Jahren vielfältige Maßnahmen für verschiedene Zielgruppen – darunter für Minderjährige – durch und ergänzt diese in 2015."

 

Berliner Spielhallenbetreiber GEGEN das Berliner Spielhallengesetz !

Mitte Juni kämpften gleich drei Spielhallenbetreiber in zweiter Instanz vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg (Az.: OVG 1 B 5.13 u.a.). Sie bezweifelten die Rechtmäßigkeit des Berliner Spielhallengesetzes. 
Ihrer Auffassung nach sei der Berliner Gesetzgeber nicht berechtigt gewesen, die zahlreichen Restriktionen zu erlassen. Die Kläger bezweifelten, dass Glücksspieler_innen und Jugendliche durch die verschärften Regelungen besser geschützt werden könnten. 

Der 1. Senat des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg teilte jedoch am 12.06.15 mit, dass die Berufungen zurückgewiesen wurden. Die Suchtprävention sei ein wichtiges Ziel, das die Beschränkungen rechtfertige. Einer der Kläger kündigte bereits an, gegen die Entscheidung des Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg in Revision zu gehen. 

Hintergrund:
Im Jahr 2014 gab es in Berlin 544 Spielhallen-Erlaubnisse. Mit Ablauf der fünfjährigen Übergangsregelung des Spielhallengesetzes am 31. Juli 2016 erlöschen jedoch die nach altem Recht erteilten Erlaubnisse. Gewerbetreibende müssen ihre Erlaubnis dann nach den strengen Vorgaben des Berliner Spielhallengesetzes erneut beantragen. Bei der Neuerteilung solcher Genehmigungen sind sodann bestimmte Vorgaben zu beachten: 

  • Verbot, mehrere Spielhallen an einem Standort zu betreiben. 
  • Mindestabstand zwischen Spielhallen von 500 Metern 
  • Keine räumliche Nähe zu Einrichtungen für Kinder und Jugendliche 
  • Maximal 8 Spielgeräte pro Standort 
  • Verbot der unentgeltlichen Abgabe von Speisen und Getränken

Daniel Buchholz (Mitglied des Abgeordnetenhauses) äußerte sich als Initiator des Berliner Spielhallengesetzes in einem Artikel der Berliner Zeitung wie folgt: „Ich schätze, dass dann mindestens die Hälfte, wenn nicht bis zu 80 Prozent der heutigen Betriebe schließen müssen“.

Der Abgeordnete hatte darüber hinaus die Anfrage gestellt, ob immer mehr Glücksspiel-Automaten in Gaststätten und Café-Casinos Berliner Kieze zerstören. Laut Senat liegen jedoch keine Angaben zu der Zahl von Geldspielgeräten speziell in Gaststätten vor. Es lassen sich daher keine belastbaren Rückschlüsse auf eine mögliche Ausweichbewegung nach Inkrafttreten des strengen Berliner Spielhallengesetzes ziehen.

 

Verstärkte Kontrollen in Berliner Spielstätten

Fahnder des Landeskriminalamtes Berlin kontrollierten im April, Mai und Juni mit Unterstützung der Steuerfahndung, des Landesamtes für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten, des Bezirksamts Mitte und Neukölln sowie der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Forschung und Technik insgesamt 63 Gaststätten, 17 Spielhallen, 17 Wettbüros und 53 so genannte „Café Casinos“. Die Ergebnisse der Kontrollen verdeutlichen sehr anschaulich den weiteren Handlungsbedarf:

  • 56 Ermittlungsverfahren wegen illegalen Glücksspiels 
  • 93 spiel- und jugendschutzrechtliche Ordnungswidrigkeiten
  • 278 Ordnungswidrigkeiten unter anderem wegen illegal aufgestellter Spielautomaten 
  • Beschlagnahmung, Versiegelung und Abbau zahlreicher Geldspielgeräte
  • Schließung einer Lokalität aufgrund zu viel aufgestellter Geldspielautomaten
  • Lediglich 14 % der untersuchten Spielstätten blieben ohne Beanstandungen
 

Recht & Politik

 

Sportwetten Konzessionsverfahren vorerst gestoppt

Die Ausgabe von Sportwetten-Konzessionen an 20 ausgewählte Bewerber_innen wurde am 27.05.15 mit folgender Begründung vom Verwaltungsgericht Frankfurt am Main gestoppt:
Das Gericht ist der Auffassung, dass weder aus der Ausschreibung noch aus dem Gesetzestext hinreichend und sicher erkennbar sei, welche Anforderungen die Antragsteller bzw. die Bewerber um Sportwettenkonzessionen zu erfüllen hätten. Die maßgeblichen Kriterien sowohl für die Erfüllung der Mindestvoraussetzungen als auch für die Auswahlentscheidung müssten klar, präzise und eindeutig im Voraus jedem Bewerber bekannt gegeben werden.“


Das Gericht schloss sich damit einer Eilentscheidung des Verwaltungsgerichts in Wiesbaden vom 05.05.2015 an, welches ebenso die mangelhafte Transparenz festgestellt und deshalb auch die Konzessionsvergabe an weitere ausgewählte Bewerber_innen unterbunden hatte.


Neben den Eilentscheidungen der Verwaltungsgerichte übte auch der im Kontext des Glücksspielstaatsvertrages einberufene Sportbeirat heftige Kritik an dem bisherigen Vorgehen des Glückspielskollegiums: "Dieses Vollzugsdefizit ist unerträglich, es führt die von den Ländern beschlossene Öffnung des Sportwettenmarktes innerhalb geregelter Leitplanken ad absurdum und öffnet damit der Willkür Tür und Tor", sagte Michael Vesper, DOSB-Vorstandvorsitzender. Als Konsequenz legte der Sportbeirat seine Arbeit nieder.

Hintergrund:
Hintergrund der Verfahren ist die Veröffentlichung des Landes Hessen im Amtsblatt der Europäischen Union vom 08.08.2012, mit der die beabsichtigte Vergabe von bis zu 20 Konzessionen zur Veranstaltung von Sportwetten befristet bis zum 30.06.2019 angekündigt wurde. Mit der abschließenden Beurteilung aller Anträge auf Erlaubnisse und Konzessionen in den ländereinheitlichen Verfahren wurde das Glücksspielkollegium betraut. 

 

Blitzlicht

 

Glücksspielsucht in den Medien

In diesem kurzen Beitrag für das ZDF Magazin "Volle Kanne" erklärt Herr Dr. Meyer von der Universität Bremen, wie Glücksspiel zum zentralen Lebensinhalt werden kann und warum er das norwegische Modell im Umgang mit Glücksspielautomaten bevorzugt.

"In dem Film dokumentiert Sylvia Nagel den verzweifelten Kampf von Menschen gegen die Spielsucht, die Sucht nach den blinkenden Geräten, die zum Ersatz für reale Beziehungen und zum Trostspender geworden sind. Der Film zeigt aber auch, was zur Kontrolle und gegen die Manipulation der Spielgeräte getan wird. Polizei und Politik kämpfen gegen Betrug und Geldwäsche. Oft halbherzig. Schließlich sind die Steuern aus den Spielhallen eine äußerst lukrative Einnahme für die Gemeinden."

Glücksspielsucht bei Minderjährigen

Basierend auf der Repräsentativbefragung 2013 der BZgA zum Glücksspielverhalten und der Glücksspielsucht in Deutschland thematisiert der Spiegel-Artikel die zunehmende Zahl online-glücksspielsüchtiger Jugendlicher.

Kommentar - Chance verspielt

Jan Wilmroth beschäftigt sich in seinem Kommentar zur Regulierung des Glücksspiels in der Süddeutschen Zeitung mit dem Versagen der Politik. Er geht auf einen Markt ein, den es laut Gesetz in dieser Form nicht geben dürfte und plädiert für eine schnelle Veränderung der aktuellen Zustände. Für einen Neuanfang fordert er, dass 

  • sich die Länder bei der Glücksspielregulierung neuen Ideen öffnen,
  • das Glücksspielkollegium neu geordnet oder aufgelöst wird,
  • das Verbot von Online-Glücksspiel infrage gestellt und
  • die Regulierung vom Verbraucherschutz her gedacht wird.

Sportwetten - Eine toxische Angelegenheit

Die taz thematisiert in ihrem Artikel die enge Verzahnung zwischen Klubs und Sponsoren aus dem Bereich der Wettanbieter. Staatsanwalt Roberto di Martino äußert beispielsweise folgende Bedenken: „Es ist absurd, wenn Mannschaften direkt von Wettfirmen gesponsert werden. Es besteht die Gefahr, dass Spiele beeinflusst werden, damit sie im Interesse des Sponsors verlaufen“.

 

Statista zeigt, dass 2012 im weltweiten Online-Glücksspielmarkt Bruttospielerträge in Höhe von 21,7 Milliarden Euro erzielt wurden.

Die Abbildung veranschaulicht die Entwicklung der Bruttospielerträge im weltweiten Online-Glücksspielmarkt von 2003 bis 2013 und stellt Prognosen bis 2015.

 

Forschung

 

Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ruft Glücksspieler_innen zur Teilnahme an einem ungewöhnlichen Forschungsprojekt auf. Ziel der Studie ist es, die Nebenwirkungen der Therapie bei Parkinson – zum Beispiel Glücksspielsucht – in den Griff zu bekommen.

Interesssierte Glücksspieler_innen melden sich bitte unter der Telefonnummer: 0157-31 70 3512 oder per E-Mail an milda.aleknonyte@gmail.com Weitere Informationen finden Sie hier.

 

Reiner Hanewinkel, Franziska Clemens, Birte Walther und Matthis Morgenstern sind der Frage nachgegangen, ob die Vergabe von 48 Sportwetten- und Online-Casino-Lizenzen sowie die Lockerung von Werberestriktionen in Schleswig-Holstein Veränderungen des Glückspielverhaltens der Bevölkerung hervorrufen.

Die Autor_innen kommen zu dem Schluss, dass sich aus den vorliegenden Daten keine spielfördernden Auswirkungen der veränderten rechtlichen Rahmenbedingungen in Schleswig-Holstein auf das Glücksspielverhalten der Bevölkerung ableiten.

Die Studie ist in der Zeitschrift Sucht (61 (1), 2015, 19-27) erschienen.

 

Eike Emrich, Christian Pierdzioch und Werner Pitsch haben Forschungsergebnisse zu Wettbewerbsverzerrungen im Sport zusammengetragen und gelangen u.a. zu folgender Erkenntnis:

"Die Integrität des Sports wird nach Ansicht vieler Interviewpartner von den Sportwetten bedroht. Aufgrund verschiedener Wettformen und der beschleunigten Kommunikation benennen einige Befragte das Gefühl, dass Einflüsse von außen auf den Sport Überhand nehmen."

 

Die Forschungsgruppe S:TEP aus Lübeck und das Institut für Sozialmedizin und Prävention aus Greifswald haben in der vorliegenden Studie Unterschiede zwischen Personen mit Inanspruchnahme von Rehabilitationsmaßnahmen für pathologisches Glücksspielen und Personen, die andere oder keine formellen Hilfen genutzt hatten, untersucht.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich Betroffene, welche Rehaleistungen in Anspruch genommen hatten, in folgenden Punkten von Betroffenen, welche keine Hilfen in Anspruch genommen hatten, unterschieden: Höheres Alter bei Beginn der Symptome, längere Symptomdauer, mehr negative Konsequenzen, mehr sozialer Druck und seltener ein vorhandener Migrationshintergrund. 


Die Studie ist in der Zeitschrift Suchttherapie (16 (01), 2015, 9-17) erschienen.

 

Florian Rehbein, Tobias Hayer, Dirk Baier und Thomas Mößle haben in der vorliegenden Studie die regelmäßige, riskante und problematische Glücksspielnutzung sowie psychosoziale Risikoindikatoren des Glücksspielkonsums im Jugendalter untersucht.

Datengrundlage bildete eine für Niedersachsen repräsentative Dunkelfeldbefragung mit über 11.000 Neuntklässlern.

Die Studie ist in der Zeitschrift Kindheit und Entwicklung (24 (3), 2015, 171-180) erschienen.

 

Literaturempfehlungen

 

Am 21.05.2015 hat die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Marlene Mortler den Drogen- und Suchtbericht 2015 vorgestellt.
Der Bericht kommt unter anderem zu folgendem Schluss: "Bezogen auf einzelne Glücksspiele finden sich Problemspieler_innen am häufigsten unter den Befragten, die an Geldspielautomaten gespielt (28,6%), an Live-Wetten (26,8%) oder an Casinospielen im Internet (17%) teilgenommen haben."

 

Vor Erscheinen des Drogen- und Suchtberichts der Bundesregierung stellen zivilgesellschaftliche Organisationen sowie Fachleute aus Wissenschaft und Drogenhilfe den Alternativen Drogen- und Suchtbericht 2015 vor.
Die Autor_innen schlagen für einen effektiveren Kampf gegen die Glücksspielsucht ein stärkeres Eingreifen der kommunalen Politik und vermehrte ordnungspolizeiliche Maßnahmen vor.

 

Prof. Dr. Jobst Böning kommt in seinem Artikel zu dem Schluss, „dass das pathologische Glücksspielverhalten unmissverständlich den Suchterkrankungen zugeordnet werden kann. Folgerichtig wird erstmalig im aktuellen amerikanischen Klassifikationssystem DSM-5 die Glücksspielsucht als 'glücksspielbedingte Störung' unter der Kategorie 'Substance Use and Addictive Disorders' geführt."

 

Einen statistischen Blick auf das Thema Glücksspiel bietet das Kapitel "Statistik in Sport und Spiel" von Björn und Sören Christensen. Die Autoren beschäftigen sich mit den Mythen und Phänomenen, welche es trotz des weit verbreiteten statistischen Wissens zu Glücksspielen nach wie vor gibt.
  
In sieben Kolumnen werden die statistischen Aspekte von Lotto, Casinospielen, Mischtechniken, etc. näher beleuchtet.

 

Michael Auer und Mark Griffiths kommen in ihrem Kapitel zu Spielerschutzmaßnahmen im Online-Glücksspiel zu dem Schluss, "dass [mit Spielerschutzmaßnahmen] gezielt auf das Spielverhalten eingewirkt werden kann. Anbieter sollten vermehrt solche empirisch fundierten Prozeduren implementieren, um den Spielern möglichst viele Entscheidungshilfen für ein gesundes Spiel zu bieten."

 

Für unsere englischsprachigen Kolleg_innen bietet The WAGER einen monatlichen Überblick zu neu erschienenen Studien zur Thematik Glücksspielsucht.

Die Seite ist eine Kooperation zwischen der Division on Addiction, Cambridge Health Alliance und Harvard Medical School. 

 

Während pathologisches Glücksspielen im DSM-5 inzwischen nicht mehr als Impulskontrollstörung, sondern als Suchterkrankung klassifiziert wird, soll die Glücksspielsucht nach bisherigen Plänen zur ICD-11 bei den Impulskontrollstörungen verbleiben.

Hans-Jürgen Rumpf und Karl Mann gehen in ihrem Artikel näher auf mögliche Änderungen der ICD-11 ein und verdeutlichen klare Gegensätze zum DSM-5.

Der Artikel ist in der Zeitschrift Sucht (61 (3), 2015, 123-125) erschienen.

 

Veranstaltungshinweise

 

20.07.2015


Bindungsbasierte Beratung und Behandlung pathologischer Glücksspieler (Veranstaltungsort: Nürnberg)

27.07.2015


Bindungsbasierte Beratung und Behandlung pathologischer Glücksspieler - Wiederholung (Veranstaltungsort: Nürnberg)
02.09.2015


Das Brandenburgische Spielhallengesetz - Vollzug und erste Erfahrungen (Veranstaltungsort: Potsdam)

15.09.2015


Rückfallprophylaxe und Rückfallmanagement mit pathologisch Glücksspielenden (Veranstaltungsort: Köln)

16.-18.09.2015

Deutscher Suchtkongress '15 (Veranstaltungsort: Hamburg)

17.-18.09.2015


Workshop Glücksspielsucht - Sportwetten: Verlockungen und Gefahren (Veranstaltungsort: Bad Hersfeld)

23.09.2015


Bundesweiter Aktionstag gegen die Glücksspielsucht (Veranstaltungsort: Bundesweit)

23.09.2015


Umsetzung / Perspektiven GlüÄndStV & SpielV (Veranstaltungsort: Unna)

26.09.2015


Pathologisches Spielen – Glücksspielsucht in der Ambulanten Therapie (Veranstaltungsort: Dortmund)

09.10.2015


Fachtagung ALL-IN für die Praxis - Handlungsmethoden zur Prävention von Glücksspielsucht (Veranstaltungsort: Berlin)

12.-15.10.2015

DHS Fachkonferenz "Rückfälle" (Veranstaltungsort: Münster)

17.-18.10.2015



Glücksspiel und Sucht - Wissenswertes und Umgang mit problematischem oder süchtigem Glücksspielverhalten in der Selbsthilfegruppe (Veranstaltungsort: Bernau OT Lobetal)

21.10.2015


Fachtagung "LEGAL – ILLEGAL – SCHEIßEGAL – Jugendliche im Sog von Online (glücks) spielen"(Veranstaltungsort: Magdeburg)

28.10.2015



Aktuelle Entwicklungen auf dem Glücksspielmarkt und neue Erkenntnisse aus der Glücksspiel (sucht)-forschung (Veranstaltungsort: Bielefeld)
03.11.2015

Frauen und Glücksspielsucht (Veranstaltungsort: Köln)

17.11.2015


Motivierende Gesprächsführung bei pathologischen Glücksspieler_innen (Veranstaltungsort: Köln)

02.12.2015

Komm spiel mit mir - Zugangsweg und Methode für die Glücksspielsuchtprävention (Veranstaltungsort: Erfurt)
 
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