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TRAE

Informationen für Angehörige

Auch Ihre Situation verdient Aufmerksamkeit!

Als Familienmitglied, Partner_in, Freund_in eines Glücksspielsüchtigen sind Sie von der Sucht meist direkt oder indirekt ebenfalls betroffen und belastet. Daher steht auch Ihnen Hilfe und Unterstützung zu.

Was können Sie für den Betroffenen tun?

Glücksspielsucht betrifft nicht nur den Süchtigen selbst, sondern wirkt sich im Schnitt auf weitere 10-15 angehörige Personen aus1. Finanzielle Probleme, Lügen, Streit, Verheimlichungen, Ängste  – das sind nur einige der Belastungen, unter denen Angehörige von Spieler_innen leiden. Viele Angehörige fühlen sich zu Recht mit dieser Situation überfordert. Deshalb bieten Beratungsstellen auch Unterstützung für Angehörige von Betroffenen an. 


Verhaltenstipps

  • Es gibt keine "Tricks", jemanden zu überzeugen, mit dem Glücksspiel aufzuhören.

  • Sprechen Sie den Betroffenen direkt an. Schildern Sie Ihre Sorgen und Bedenken. Setzen Sie klare Grenzen und halten Sie diese konsequent ein. Drohen Sie nicht mit Konsequenzen, die Sie nicht sicher einhalten können.

  • Haben Sie Ihr eigenes Konto, leihen Sie kein Geld und übernehmen sie keine Rechnungen und Schulden. Es gibt professionelle Schuldnerberatungsstellen, die Sie empfehlen können. 

  • Auch wenn das Verhalten gut gemeint ist: Übernehmen Sie keine Aufgaben und Pflichten des Betroffenen. Die Verantwortung für sein Leben und sich selbst trägt nach wie vor der Süchtige.

  • Reden Sie über die Suchtproblematik und verharmlosen Sie diese nicht. Lügen Sie nicht für den Betroffenen. Unter Umständen kann es helfen, den Glücksspielsüchtigen sperren zu lassen.

Was können Sie für sich tun?

Ein direkter und aufrichtiger Umgang mit dem Betroffenen ist ein erster Schritt, sich etwas von den Problemen zu distanzieren. Sie bestimmen, in welchem persönlichen Rahmen Sie den Betroffenen unterstützen können. Sie können dem Süchtigen die Verantwortung für seine Situation nicht abnehmen. 

  • Verlieren Sie sich selbst nicht aus den Augen. Verfolgen Sie persönliche Hobbys, treffen Sie sich mit Menschen, die Ihnen gut tun.

  • Akzeptieren Sie, dass Sie die Suchterkrankung des Betroffenen nicht heilen oder kontrollieren können.

  • Seien Sie sich darüber bewusst, dass Sie keine Schuld an der Suchterkrankung des Betroffenen tragen.

Sie finden Informationen und fachliche Unterstützung in Beratungsstellen oder können sich beispielsweise in Selbsthilfegruppen mit anderen Angehörigen von Suchtkranken austauschen. Eine Übersicht der Anlaufstellen finden Sie hier

1 vgl. Lesieur, H. R. & Custer, R. L. (1984): Pathological Gambling: Roots, Phases and Treatment. The ANNALS of the American Academy of Political and Social Science 474: 146-156.